Februar 28

Drei tolle Tage – und doch nicht Fasching

Ja, in der Tat, das waren drei tolle Tage. Sie waren charakterisiert von Anstrengungen, Aufregung, kurzen Nächten, viel Spaß und Unterhaltung.

Unsere erste Lesung war im Kulturkaufhaus DAStietz. Sie begann am Freitag, den 24. Februar pünktlich 18:00 Uhr im Veranstaltungssaal. Ich selbst habe mich über die mir bis dahin nicht geläufige Anordnung der Stuhlreihen gefreut. Das Literarische Kleeblatt saß mit dem Rücken zur Fensterfront und das Publikum im Halbkreis davor. Wir waren also alle ein wenig im Querformat.

Im Verlauf unseres Programms banden wir beinahe alle wichtigen Eckpunkt in Erwin Strittmatters Leben ein. Dazu zählten vor allem seine persönlichen Daten, genau wie die schöpferischen Höhepunkte, auch über den Tod hinaus. Da wir naturgemäß in allen Fakten durch und durch Theoretiker sind und keinesfall praktisch Erfahrene – zumindest was persönliche Kontakte und Zeitzeugnisse betrifft – holten wir uns einen tatsächlichen Augen- und Ohrenzeugen mit ins Boot; Dr. Knut Strittmatter, ältester (lebender) Sohn Erwin Strittmatters, der zu Fragen aus des Vaters und seinem Leben Rede und Antwort stand.

Im rechten Bild von links nach rechts: Jana Heidler, Dr. Knut Strittmatter, Carsten Krankemann und Christiane Winkler.

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Am Samstag, den 25. Februar ging es nach Lugau in die Villa Facius. Um 17:00 Uhr begann unser literarischer Vortrag. Hier war das Publikum ebenso hoch interessiert an den Fakten, wie auch an der anschließenden Unterhaltung. Niemand wird behaupten können, dass der Abend ermüdend oder gar langweilig war.

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Es wurde viel gelacht, denn die eine oder andere Anekdote aus dem Alltag eines Strittmattersohns kam zu Tage.

Sonntag, der 26. Februar. Das Literarische Kleeblatt fuhr gemeinsam mit seinem Gast nach Marienberg in die Baldauf Villa. 19:00 Uhr startete unser bereits erprobtes Programm. Mit hellen und wachen Augen folgte das Publikum den Ausführungen, wobei Dr. Strittmatter alle Gäste im Vorfeld bereits per Handschlag begrüßte und so von Beginn an für eine aufgelockerte Atmosphäre sorgte. Ich danke Dir dafür, Knut!

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Was allerdings schon ein wenig überfällig war – wir nahmen Dr. Strittmatter, wie auch Christiane Winkler als Ehrenmitglied auf. Beide haben einen wesentlichen Anteil am Gelingen dieses Wochenendes gehabt. Wir sehen hier beide beim Empfang des gehäkelten Kleeblatts.

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Unser uneingeschränkter Dank gilt in diesem Zusammenhang dem Aufbau Verlag, der uns gestattete, diese Lesungen zu veranstalten. Weiterhin danken wir Frau Dr. Franka Köpp von der Akademie der Künste in Berlin, dem SEW Verlag und selbstverständlich dem Strittmatter-Verein. Sie alle standen uns für das Gelingen mit Rat und Tat zur Seite.

September 20

Ankündigung für November

Strittmatter Plakat

Als kleiner Vorgeschmack auf die im Frühjahr 2017 kommenden Leseabende empfehle ich den Fans der Strittmatterschen Les- und Schreibart diese Veranstaltung im Schloss Lohmen.

Aber was soll denn da im nächsten Jahr laufen? Tja … bis alles im Topf ist, wo es dann auch kochen soll, wird im Hintergrund geplant und gewerkelt. Und irgendwann wird es dann heißen: Das Literarische Kleeblatt präsentiert … Ein Strittmatter kommt selten allein. Aber bis dahin bitte ich noch um ein wenig Geduld!

Juli 21

Hoffest mit Lesung im Bücherhof Helmbrechts, 16./17. Juli 2016

Schön war es, wunderschön. Niemand wird dies bestreiten, zumindest niemand von denen, die vor Ort waren. Das Treffen einer über weite Kilometer verteilten Familie könnte nicht intensiver, nicht herzlicher, nicht warmherziger sein. Mit viel Liebe zum Detail war vorbereitet, was ab 18 Uhr von den Besuchern in Beschlag genommen werden konnte. Mit dem Zeitpunkt des Einlasses waren die Bierzeltgarnituren im ausreichenden Maße hergerichtet. Obwohl es noch keinen Grund gab sich auszuruhen, setzten wir uns nieder und hörten schon ein wenig auf Vorrat IRXN zu, deren Mitglieder fleißig am Vorbereiten und Trainieren waren. Der allen innewohnende Perfektionismus war hier nicht fehl am Platze. Wo ist der richtige Standort der technischen Ausrüstung? Haben wir einen fehlerfreien Klang?

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Uns Gästen wurde ein leckeres Abendmahl kredenzt, das mit bloßer Selbstverständlichkeit alles bereit hielt, für die Fleischfresser, wie auch für die Fleischverzichter. Dank an die Organisatoren!

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Und dann kam The Day After, die Lesung am Sonntag im Café. Das Literarische Kleeblatt, bestehend aus Jana Heidler und mir, las (sich manchmal auch um Kopf und Kragen). Abwechslungsreich und eher heiter sollte es werden, und dies, so scheint es mir, war uns gelungen.

Der Abschied fiel entsprechend schwer, aber neue Kontakte wurden gleich noch geknüpft, ein baldiges Wiedersehen versprochen und der Schwur abgeben, nicht so viel Zeit bis zum nächsten Zusammentreffen vergehen zu lassen. So sei es!

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Juni 11

Hoffest in Bohsdorf, 4. Juni 2016 – 20 Jahre Strittmatter-Verein

In Grausteen, von wo wir herkumm war alles anders … [Der Laden I.]

Ganz ohne Zweifel – er war eine streitbare Person, Erwin Strittmatter. Wenn man seinen Namen in der Öffentlichkeit nennt, dann darf man auf keinen Fall den seiner Frau Eva vergessen, Eva Strittmatter, die meistgelesene Lyrikerin in der DDR. Vielleicht ist es gerade auch das Streitbare, was die Mitglieder des Vereins und die Strittmatter-Jünger fasziniert. Mich jedenfalls begeistern seine Romane, die Erzählungen und vor allem die vielen Kurzgeschichten, die sich immer wieder mit den Eigenarten der Mitmenschen auseinandersetzen und sich allzu oft in detailverliebten Banalitäten widerspiegeln [Die alte Hofpumpe, 1979].

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Am Samstag, den 4. Juni fuhren wir also ins brandenburgische Bohsdorf, dem Bossdom in den Laden-Romanen. 12 Uhr war Treff im Gemeindehaus “Unter Eechen”, denn die Autoren des Buchs Von Bohsdorf nach Schulzenhof sollten vor dem offiziellen Beginn des Festes ihre Freiexemplare bekommen.

Strittmatter-Buch

Die Mitarbeiter des Verlages, die Herausgeber und die anwesenden Textierer stellten sich einander vor.

Mit Schlag 13 Uhr begannen die Eröffnungsreden der ehemaligen und der wieder gewählten Vereinsvorsitzenden. Man begrüßte einander, beglückwünschte und beschenkte sich, erinnerte an alte Zeiten, an die Schwierigkeiten der Gründung, verwies auf Geschafftes und Unerfülltes und appellierte an potenzielle Mitglieder.

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Zu diesem Zeitpunkt war der Zustand unserer Atmosphäre, den man im allgemeinen Sprachgebrauch als Wetter bezeichnet, ganz auf unserer Seite. Es war nicht nur an allen Orten sonnig und warm, es war heiß. Und so unterstützten die Anwesenden den Umsatz und dankten dabei den Verkäufern am Ausschank durch reichliche, jedoch nicht gleichzeitige Inanspruchnahme aller Zapfhähne.

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Der Untertitel des Buches Auf den Spuren von Eva und Erwin Strittmatter verrät im Wesentlichen den Inhalt. Wie kamst du zu den Strittmatters? Diese Frage kann man durchaus auf zweierlei Wegen beantworten, nämlich durch die Schilderung des physischen Weges, wie auch des geistigen. Wann und wo habe ich die beiden getroffen, gesehen, gehört? Oder wie fand ich Zugang zum Literarischen, zu ihren Texten?

Gegen halb drei wurden dann ausgesuchte Beiträge vorgetragen. Das war für mich eine große Ehre, denn meiner Rezitation folgte das Interview mit Dr. Knut Strittmatter, zweiter Sohn aus erster Ehe,

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der neben der Schilderung seiner Kindheitserlebnisse einige Worte zu lebenden Verwandten verlor.

Was war für mich an diesem Tag eine besondere Überraschung? Ganz klar! Es gibt in Chemnitz noch eine Mitstreiterin, großer Fan und Mitglied des Vereins seit Frühjahr 2016 und nicht einmal im Osten sozialisiert. Und? Noch einmal ganz klar! Da müssen wir was machen. Gemeinsam. Für alle Interessierten. Wer macht mit? Von Knut haben wir eine Zusage Ick untastüze euch, wie auch vom Schauspieler Michael Becker Machen wir, kein Problem, Staatstheater Cottbus. Nun liegt es also an uns …

© Birgit & Carsten Krankemann